Rückblick 2026

Was bisher in diesem Jahr geschah! Rückblick der Aktivitäten und Aktionen der OMAS GEGEN RECHTS – Gruppe Georgsmarienhütte

Dienstag 03.03.2026 – Veranstaltung mit dem Historiker Dr. Wolfgang Niess im Ratssitzungssaal von Georgsmarienhütte. Kurzbericht: „Welche Botschaft vermitteln wir jungen Leuten, wenn wir den ehemaligen Reichspräsidenten Hindenburg heute noch auf Straßenschildern ehren?“ Diese Frage stellte der Journalist und Autor Dr. Wolfgang Niess als Gast im Georgsmarienhütter Rathaus vor ca. 50 Zuhörenden.
Berühmt geworden sei Hindenburg durch Besiegung Russlands 1914 in der Schacht bei Tannenburg, obwohl er selbst kaum etwas dazu beigetragen habe. Er sei kein Faschist gewesen, sondern sei um die Bündelung der deutsch-nationalen Gruppen bemüht gewesen. Vor allem sei er ein „Meister der Selbstinszenierung“ gewesen, um seine Person in der Vordergrund zu rücken.
Mit seiner Unterstützung des Ermächtigungsgesetzes 1933 habe sich Hindenburg aber zum Totengräber der Demokratie gemacht. Parteien seien verboten und die Gewerkschaften ausgeschaltet worden. Zudem habe Hindenburg 1934 beim Röhm-Putsch zur Ermordung von Regimegegnern beigetragen
Seit 1932 seien Straßen in Deutschland „für den herausragenden Verdienst, Adolf Hitler zum Kanzler gemacht zu haben“, nach Hindenburg benannt worden. Obwohl nach Kriegsende die Briten keine belasteten Straßennamen gewollte hätten, habe der Rat der Gemeinde Georgsmarienhütte 1948 die Victorstraße in Hindenburgstraße umbenannt. Auch wenn mitgeteilt werde, dass die entsprechenden Ratsakten verbrannt seien, regte Niess an, zu forschen, ob nicht doch noch Hintergründe dieses Beschlusses zu ermitteln seien. Hingewiesen wurde, dass es im Vergleich zu den anderen heutigen fünf Stadtteilen in der seinerzeitigen Gemeinde Georgsmarienhütte bis 1945 starke Aktivitäten der Nationalsozilisten gegeben habe.
Er sei kein Hindenburg-Fan, erklärte Ratsmitglied Stefan Spreckelmeyer (CDU). Aber Geschichte dürfe nicht weggewischt werden. Dass der ehemalige Reichspräsident nicht gut für Deutschland gewesen sei, darüber könne auch mit weiteren Schildern aufgeklärt werden. Dagegen betonte Maria Tolksdorf von den OMAS GEGEN RECHTS, auch bei einer Umbenennung der Straße würde die Geschichte bleiben.
André Averdiek erinnerte, dass jüngst 927 Unterschriften gegen die Umbenennung gesammelt worden seien. Wer belastete Namen aus dem öffentlichen Leben beseitigen wolle, müsse dann auch die Bezeichnung der Türme nach „Hermann“ und Varus“, die Klöcknerstraße und die Werner-von-Siemsn-Straße sowie den Namen der „Lutterhütte“ ändern.
Moderatorin Angelika Voss berichtete, dass sie sich bei ihrem Umzug vor gut 6 Jahren an die Hindenburgstraße gewundert habe, dass ein solcher Name noch für eine Straßenbezeichnung genutzt werde. Nachdem sie viel über die Historie gelesen habe, sei ihr klar geworden, dass die Gewohnheit nach fast 70 Jahren kein Grund sei, an diesem Namen festzuhalten. Co-Moderator Peter Schmechel appellierte an die Ratsmitglieder, ähnlich wie Münster, Lüneburg, Hamburg und Konstanz endlich den Mut aufzubringen, die Ehrung von Hindenburg zu beenden und eine Umbenennung dieser Straße vorzunehmen.

Der Vortrag von Wolfgang Niess
Foto 1 der Veranstaltung
Foto 2 der Veranstaltung
Foto 3 der Veranstaltung